04.04.2018 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 3 (Beilage)

Der jüngste Streich

Massenentlassungen für die Angestellten, Millionen für die Aktionäre: Das wollten die Chefs der Schweizerischen Depeschenagentur. Doch die Journalisten wehrten sich. Und riefen zum Streik

Patricia D’Incau

Bern, 30. Januar: Es ist noch früh an diesem Morgen, als die Nachricht die Runde macht. Redaktionen in der ganzen Schweiz erhalten die Meldung: »Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) wird heute, Dienstag, bestreikt.« Eine Bombe. Und zwar eine mit doppelter Brisanz: zum einen, weil die SDA – das schweizerische Äquivalent zur Deutschen Presseagentur (dpa) – als wichtigster Nachrichtenzulieferer für Zeitungen, Radios und Fernsehsender gilt. Zum anderen, weil es in der deutschsprachigen Schweiz seit 35 Jahren das erste Mal ist, dass Journalisten streiken.

Und das, obwohl eine nicht abreißende Welle von Fusionen und Entlassungen die Medienlandschaft erschüttert. Redaktionen werden zusammengelegt, Medientitel ausgedünnt, Stellen abgebaut. Mindestens 1.200 Jobs sind es laut der Mediengewerkschaft Syndicom in den letzten zwölf Jahren gewesen. Geschäftsleitungsmitglied Stephanie Vonarburg sagt: »Irgendwann haben wir aufgehört zu zählen.«

Jetzt trifft es also d...

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