04.04.2018 / Ausland / Seite 4 (Beilage)

Der lange Weg zur »Sozialpartnerschaft«

Es gibt in der Schweiz eine Tradition der Arbeitskämpfe. Sie zu zerschlagen dauerte Jahrzehnte, vollständig gelang es nie

Tarek Idri und Florian Sieber

Es war die eine Situation, in der der Schweizer Kapitalismus ins Wanken zu geraten schien. 250.000 Werktätige befanden sich im Ausstand, dessen Ausgang: ungewiss. Die Rede ist vom Landesstreik im Jahr 1918. Die Arbeiter waren dem Aufruf des Oltener Aktionskomitees gefolgt, ein Gremium, das gegründet worden war, um die Aktionen von Gewerkschaften und Sozialdemokratie zu koordinieren. Der Ausstand dauerte nur vom 12. bis zum 14. November – doch die wenigen Tage genügten, ihn zu einem der prägenden Ereignisse der Schweizer Geschichte des 20. Jahrhunderts werden zu lassen. Im Spätherbst steht das Jubiläum der Auseinandersetzung an, der ideologische Kampf um die Deutung des Streiks ist jedoch schon im vollen Gange. Während von rechts behauptet wird, dass es sich um einen von Moskau inszenierten Revolutionsversuch gehandelt habe, sieht die reformistische Linke den Landesstreik nur als Ursprung der sozialpolitischen Erfolge des 20. Jahrhunderts. Vergessen wird d...

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