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15.03.2018 / Feuilleton / Seite 17 (Beilage)

Ein Realo sieht rot

Roberto J. De Lapuentes Radikalkur gegen linke Marotten, Inhalte und Prinzipien

Claudia Wangerin

Schade eigentlich. Dies sollte kein Verriss werden. Der Titel klang nach einer notwendigen Warnung: »Rechts gewinnt weil Links versagt – Schlammschlachten, Selbstzerfleischung und rechte Propaganda« von Roberto J. De Lapuente. Überbringer schlechter Nachrichten brauchen Beistand, weil sie Gefahr laufen, metaphorisch geschlachtet zu werden, so mein erster Gedanke. Hinzu kam eine gewisse Vorfreude auf Klartext über Linke, die es den Rechten viel zu leicht machen. Sei es durch intellektuelle Arroganz, Sektierertum, eine Überdosis Moralinsäure oder durch Opportunismus.

Mutmaßliche Sektierer, verbitterte Altautonome und »bessermenschelnde Narzissten«, wie der Autor Teile der Antifa nennt, bekommen dann auch ihr Fett ab. Die zum Teil sehr jungen Aktivisten dürften die Härte dieser Beschreibung als Steilvorlage sehen, den rund 40jährigen Autor als herzlosen alten Sack abzutun. Aber die Frage, ob er den richtigen Ton trifft, um die linke Streitkultur zu versachli...

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