15.03.2018 / Feuilleton / Seite 15 (Beilage)

Loslassen

Jon McGregors Roman »Speicher 13« über die Spuren der Spurlosigkeit

Michael Saager

Auch wenn literarische Konventionen diese Annahme nahelegen: Bloß weil in »Speicher 13« jemand ermordet wird oder spurlos verschwindet, ist es noch lange kein Krimi. Von Mord freilich kann hier sowieso nicht die Rede sein. Dafür bräuchte es eine Leiche oder – sofern auf Nimmerwiedersehen in den Untiefen eines englischen Sees versenkt oder in hochprozentiger Säure aufgelöst – wenigstens einen geständigen Täter. Beides gibt es nicht im vierten Roman des 1976 geborenen und in Nottingham lebenden Autors Jon McGregor.

Was ist »Speicher 13« statt dessen? Gar nicht so leicht zu sagen. Worum geht’s? Zunächst und vordergründig um das Verschwinden eines 13jährigen Mädchens, das die Weihnachtsferien mit seinen Eltern in einem Dorf in Mittelengland verbringt, bei einer gemeinsamen Moorwanderung teenagermäßig rumbummelt und schließlich im Moor verschwindet. Die stumme Geschäftigkeit der ersten großen Suchaktion atmosphärisch-lebendig und sachlich-kühl zugleich beschre...

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