07.03.2018 / Feminismus / Seite 4 (Beilage)

Mit der Macht des Beispiels

Für Bildung, ökonomische Unabhängigkeit und Wahlrecht: Frauenkämpfe in Österreich an der Schwelle zum 20. Jahrhundert

Christiana Puschak

Die Idee für Mehrparteienhäuser mit zentraler Küche stammte von der deutschen Sozialdemokratin, Journalistin und Schriftstellerin Lily Braun (1865–1916). Der Plan: preisgünstigen Wohnraum für Frauen in Großstädten zu schaffen und zugleich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Die Belastung durch Hausarbeit zu reduzieren und so Frauen zu ermöglichen, mehr am sozialen und politischen Leben teilzunehmen, war wesentliches Ziel. Das Modell war zugleich ein Gegenentwurf zum Konzept der Kleinfamilie.

In Wien griff Auguste Fickert die Anregung auf. Sie gehörte dem radikalen Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung an. Der Gemeinderat lehnte ihren Vorschlag, ein Genossenschaftshaus für alleinstehende berufstätige Frauen zu errichten, zunächst ab – aus »sittlichen Gründen«. Junge Hausfrauen sollten »wirtschaften und sparen lernen«, meinte der Rat. Das Vorhaben wurde dennoch umgesetzt. Im Oktober 1911 wurde der von Fickert konzipierte »Heimhof« er...

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