07.03.2018 / Feminismus / Seite 3 (Beilage)

Solidarität und Differenz

Simone de Beauvoir inspirierte viele 68erinnen mit ihrem Werk und ihrer Art zu leben. Trotzdem war ihr Verhältnis zur Frauenbewegung ambivalent

Julia Korbik

»Wir sind nicht mehr so im Kampf wie unsere Vorläuferinnen, wir haben die Partie im großen und ganzen gewonnen.« Das schreibt Simone de Beauvoir in ihrem feministischen Klassiker »Das andere Geschlecht«, und zwar ziemlich weit vorn – um dann auf 900 Seiten radikaler Gesellschaftsanalyse darzustellen, dass eigentlich noch fast nichts erreicht ist. Als das Buch 1949 erscheint, haben Frauen in Frankreich zwar das Wahlrecht und laut Verfassung von 1946 das Recht auf Arbeit und die gleiche Entlohnung wie die Männer. Doch zugleich ist der Einfluss des Katholizismus noch immer groß. Frauen sollen zum Wohle der Nation vor allem möglichst viele Kinder gebären. Schwangerschaftsabbrüche sind illegal, Verhütungsmittel nur unter größten Schwierigkeiten zu bekommen. Diese Umstände sind Beauvoir bewusst. Ihr geht es darum klarzumachen: Das bisher Erreichte ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Solange Männer Frauen als »das Andere« ansehen, das Unwesentliche, das Objekt...

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