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27.01.1998 / Feuilleton

Der Schoß war immer fruchtbar

Gedanken zur in Dresden gezeigten Wehrmachtsausstellung

Michael Bartsch

Nein, zu meiner Aufklärung dringend ersehnt habe ich diese Wehrmachtsausstellung auch nicht. Sie ist wichtig geworden, weil ihre Feinde sie so wichtig gemacht haben, aber viel Neues bringt sie nicht. Schon gar nicht auf den Dresdner Zusatztafeln, die auch der DDR Geschichtsklitterung, Verdrängung und Pauschalisierungen unterstellen sollen. Ich stamme aus einem bürgerlich-christlichen Elternhaus und darf als der Paktiererei mit der SED unverdächtig gelten.

Aber ich war in jedem Jahr mindestens einmal in Buchenwald, eingeladen sogar zu Jugendweihestunden dort, die mich eigentlich nichts angingen. Von einem NKWD- Lager hörte ich nur gerüchteweise, später auch von Katyn, von einem Hitler-Stalin-Pakt, vom Gulag. Und nicht erst nach 1990 von untergetauchten Euthanasieärzten auch bei uns und reingewaschenen Biographien. Wer wollte, wer sich...

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