07.02.2018 / Feuilleton / Seite 16 (Beilage)

Keine Märchen aus tausend und einer Nacht

Ein Gedicht über Besatzung und Krieg

Faten El-Dabbas

Letztens fragte mich die Freiheitsstatue: Was heißt Freiheit?

Da muss wohl was schiefgelaufen sein, dachte ich.

Wenn die Freiheitsstatue ausgerechnet eine Palästinenserin fragt, was Freiheit heißt. Doch die Frage macht Sinn,

weil alles andere in ihrem Namen, keinen Sinn macht.

Denn jedes Mal, wenn ich die Nummer der Befreiung wähle, ist sie 24 Stunden, Tag und Nacht,

auf dem dünnen Streifen Land

in Nahost

besetzt!

Und nicht nur dort.

Ich spreche nicht von Kleinigkeiten

In Wirklichkeit wechselten sie nur Begrifflichkeiten.

Von Kaste zu Klasse,

von Kolonien zu Besatzung,

von Opfer zu Täter.

Und der Krieg bleibt Krieg.

Irak grüßt.

Afghanistan grüßt.

Sie lesen unsere Märchen aus 1001 Nacht. Und ich erlebe ihre Verbrechen Tag und Nacht.

Verbrechen,

die in unseren Gesichtern explodieren

wie Landminen,

wie ein Feuerwerk

nur aus roter Farbe,

wie eines Malers Werk

aus entstellten Körpern.

Denn Volk und Land sind i...

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