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11.10.2017 / Feuilleton / Seite 20 (Beilage)

Wir klicken uns zu Tode

In seinen Essays formuliert Werner Seppmann eine marxistisch ­fundierte »Kritik des Computers«

Timo Daum

Bei jeder neuen Technologie folgt auf eine Phase überzogener Erwartungen eine Phase der Ernüchterung. Das hielt die Mathematikerin und Computerpionierin Ada Lovelace (1815–1852) bereits 1842 fest. 175 Jahre später sind wir bezüglich des Computers zweifelsohne in der zweiten Phase angekommen. In den letzten Jahren ist eine Vielzahl von Kritiken der digitalen Technologien erschienen. Diesen versucht Werner Seppmann nun mit seiner gerade erschienen Essaysammlung »Kritik des Computers« eine fundierte Analyse an die Seite zu stellen, die den Computer als Instrument kapitalistischer Vergesellschaftung thematisiert: »Was fehlt, ist eine Gesamtanalyse der gesellschaftlichen Funktionalität des Computers, die nur durch die Beschäftigung mit den ökonomischen Determinanten sowie mit der Herrschaftsfunktionalität des IT-Komplexes begriffen werden kann.« Mit IT-Komplex ist – offenbar eine an das Wort vom »militärisch-industriellen Komplex« angelehnte Formulierung – di...

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