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23.08.2017 / Feuilleton / Seite 6 (Beilage)

Ohne Gesellschaftsperspektive

Der gegenwärtige »Computer-Kommunismus« reduziert seine Vorstellungen zukünftiger Verkehrsformen auf bloß technische Fragen

Werner Seppmann

Viele der gegenwärtig mit dem Computer verbundenen linken Utopien haben einen wesentlichen Mangel: Sie sind in einem ähnlichen Sinne wie die digitalen Rechnersysteme abstrakt-logisch determiniert. Es wird der Eindruck zu erwecken versucht, mit dem »logisch-historischen Begriff« einer Sache (dem Computer als »Keimzelle« einer neuen Produktionsweise und als Vermittlungsschritt auf dem Wege zu einer neuen Gesellschaftsformation) schon die Sache selbst zu besitzen. Verbunden ist dieser konzeptionelle Überbau mit deterministischen Technikvorstellungen. Pointiert gesagt, wird davon ausgegangen, dass von einer »demokratisierten« und basiskontrollierten Software weitgehend selbstständig soziale Veränderungsimpulse ausgingen. Aber: Wer kontrolliert die Computerprogramme? Wessen Interessen verbergen sich in den Quellcodes? Diese Vorstellungen über den Computer als Garanten sozialer Emanzipationsprozesse korrespondieren jedoch mit keiner gesellschaftlichen Gesamtana...

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