Der Schwarze Kanal
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23.03.2017 / Feuilleton / Seite 8 (Beilage)

Fernab der Besinnlichkeit

Der Mangazeichner Jiro Taniguchi galt als Meister der stillen Momente. Doch auch sein turbulenteres Frühwerk weiß zu begeistern

Michael Streitberg

Man könnte meinen, über Jiro Taniguchi sei bereits alles geschrieben worden. Der 1947 in Tottori, einer Großstadt im Süden der japanischen Hauptinsel Honshu, geborene und am 11. Februar in Tokio verstorbene Mangazeichner und -autor war einer der wenigen seines Fachs, dessen Werk auch außerhalb Japans vom Feuilleton als Literatur anerkannt wurde.

Auch der Literaturkritiker Denis Scheck bemühte sich vor einigen Jahren nach Tokio, um vor dem Eingang des legendären Mangaantiquariats Mandarake mit Taniguchi zu sprechen. Nachdem Scheck dem Zeichner sein liebstes Panel (Einzelbild) aus seinem preisgekrönten Werk »Vertraute Fremde« gezeigt hatte, entlockte er ihm die Aussage, er fühle sich manchmal noch immer wie ein Kind und sei womöglich immer ein Jugendlicher von 17, 18 Jahren geblieben. Tatsächlich ist die Reise in die Kindheit ein häufig wiederkehrendes Motiv in Taniguchis Werken.

In »Vertraute Fremde« wird der Protagonist dann tatsächlich im Wortsinne in sein...

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