26.10.2016 / Ausland / Seite 2 (Beilage)

Neoliberale Lebensrealität

Wohnen und Studieren in Großbritannien ist schier unbezahlbar. Arbeitsbedingungen der Fast-Food-Branche sind längst im Hörsaal angekommen

Christian Bunke

Anfang Oktober hat in Großbritannien ein neues akademisches Jahr begonnen. Unter den diesjährigen Studien­anfängern werden sich auch viele befinden, die über die Sommermonate hinweg an den Großkundgebungen zur Unterstützung des alten und neuen Vorsitzenden der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, teilgenommen haben.

Junge Menschen sind eine der wichtigsten Stützen für den Linkspolitiker. Er verspricht die Abschaffung von Studiengebühren, ein Ende prekärer und schlechtbezahlter Jobs sowie ein besseres Leben für alle. Doch ein möglicher Regierungsantritt einer Labour-Regierung liegt derzeit in weiter Ferne. Jetzt sind die Studierenden mit der neoliberalen Lebensrealität konfrontiert, wie sie von aufeinanderfolgenden konservativen und Labour-Regierungen geschaffen wurde.

Da sind zunächst einmal die Kosten. Für das Studienjahr 2016/17 muss ein Student in England und Wales bis zu 9.000 Pfund (rund 10.000 Euro) Studiengebühren blechen. Ein Bachelorstudium dauert in der ...

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