Gegründet 1947 Sa. / So., 20. / 21. April 2019, Nr. 93
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19.10.2016 / Feuilleton / Seite 8 (Beilage)

Die Hand aus einer anderen Welt

Nicht nur für Anhänger des Club of Rome: Hitoshi Iwaakis philosophischer Science-Fiction-Horrormanga »Parasyte«

Michael Streitberg

Als der 17jährige Oberschüler Shinichi eines morgens aufwacht, glaubt er erst noch an einen bösen Traum: Zu später Stunde, erinnert er sich, war ein undefinierbares, irgendwie schlangenartiges Wesen in seine Hand geschlüpft. Shinichi war aufgeschreckt und hatte seinen Arm mit einem Gürtel abgebunden. Plötzlich aber war das seltsame Ding verschwunden ...

Wenig später wird ihm klar, dass in der Nacht doch etwas Gravierendes passiert sein muss. Denn plötzlich macht sich die gestochene Hand selbständig. In der U-Bahn legt sie sich einem wutentbrannten Schulhofrauhbein mitten aufs Gesicht, und während Shinichi mit seiner Freundin Murano im Café sitzt, verwandelt sie sich gar für einen Sekundenbruchteil in einen riesigen steifen Penis. Nicht zuletzt hat sie auf einmal Augen und einen Mund. Sie fängt umgehend an, auf Shinichi einzureden.

Was sich anhören mag wie ein versponnener LSD-Trip, ist der Auftakt zu einer meisterhaft erzählten Mischung verschiedener Genr...

Artikel-Länge: 5051 Zeichen

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