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19.10.2016 / Feuilleton / Seite 5 (Beilage)

Kontrollierte Eruption

Philipp Winklers Debütroman »Hool« berichtet von der ritualisierten Prügelei als Duell der ­zerfledderten Gesellschaft

Susan Geißler

Da ist er wieder, der Deutsche Buchpreis, und bringt die Herbstkollektion für den gehobenen Buchhandel. Unter den sechs Autoren der Shortlist ist auch Philipp Winkler mit seinem Debüt-Roman »Hool«. Er deckt diesmal den Fachbereich proletarische Realness ab. Ob er am 17. Oktober mit den 25.000 Euro in der Tasche nach Hause gegangen ist oder nur mit 2.500 Euro Trostpreis, bleibt sich mehr oder minder gleich. Gut ist, dass die Mechanismen des Literaturmarktes ein Buch an die Oberfläche gespült haben, das sonst wohl nur auf Randgruppeninteresse gestoßen wäre.

Dabei hat »Hool« zwar ein Randgruppenpersonal – die Geschichte aber verfügt über eine Relevanz weit über Fankurven und Vereinskneipen hinaus. Winkler verhandelt in seinem Roman die strukturierende Funktion von Gewalt, die an ihren schmutzigsten Rändern zwar als pathologisch entlarvt, im Kern aber kaum in Frage gestellt wird. Es stehen sich gegenüber: eine erstaunlich ritualisierte Form von Prügelfreudigk...

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