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18.05.2016 / Ausland / Seite 5 (Beilage)

»Das Wohl der Arbeiter interessiert sie nicht«

Mehr als drei Jahre nach dem Massaker von Marikana hat der Chemiekonzern BASF die Verhältnisse bei seinem Lieferanten Lonmin überprüfen lassen. Doch der Bericht bleibt geheim – und Entschädigungen gibt es nicht. Ein Gespräch mit Johannes Seoka

Christian Selz

Sie werfen dem Vorstand von BASF vor, im Zusammenhang mit dem Massaker von Marikana seiner Verantwortung zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette nicht nachgekommen zu sein. Im August 2012 waren in der Bergbaugemeinde im Nordwesten Südafrikas innerhalb einer Woche 44 Menschen getötet worden, allein 34 von ihnen wurden innerhalb weniger Minuten von der Polizei niedergeschossen, mit halbautomatischen Gewehren. Der Streik galt dem britischen Platinproduzenten Lonmin, deren wichtigster Kunde BASF ist. Wie hätte der Vorstand in Ludwigshafen dieses Massaker Ihrer Meinung nach verhindern können?

Es sollte eine Verantwortung für die Lieferkette geben, und ein Aspekt davon sollte Transparenz sein. Von daher müssten die Aktionäre und die Vorstandsmitglieder wissen, mit was für einem Unternehmen sie es zu tun haben, und ob dessen Praktiken in Entwicklungsländern mit der hiesigen Unternehmenskultur in Einklang stehen. Die Tatsache, dass sie nicht Bescheid wussten, bede...

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