17.03.2016 / Feuilleton / Seite 23 (Beilage)

Mit den Geistern leben

In den Werken des Manga-Großmeisters Shigeru Mizuki ­entfaltet sich ein magischer Realismus

Michael Streitberg

Als der spätere Mangazeichner Shigeru Mizuki im Jahr 1942 in stockfinsterer Nacht den Dschungel von Papua-Neuguinea irrt, ist er ganz allein. Der Soldat der japanischen kaiserlichen Armee, die es auf ihrem Eroberungsfeldzug durch Asien auch auf die Südseeinsel verschlug, hat als einziger einen feindlichen Angriff auf das Lager seiner Einheit überlebt.

Müde, ausgezehrt und hungrig läuft er planlos durch die Dunkelheit. Auf der Suche nach einem Weg nach draußen stößt er plötzlich an eine Mauer. Er versucht, sich langsam vorzutasten. Doch wohin er seine Hände auch ausstreckt, fühlt er nichts als kalten Stein. Schließlich legt er sich ins Gras und schläft ein. Als er am nächsten Morgen erwacht, blickt er von einem steilen Felsen in einen tiefen Abgrund hinunter. Kurz darauf wird ihm klar, was ihn vor dem Sturz ins Bodenlose gerettet hat. Es war ein Yokai, ein Geisterwesen. Unter den unzähligen Yokai, die Mizuki seit seiner Kindheit begegnet sind, war ausgerech...

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