17.03.2016 / Feuilleton / Seite 21 (Beilage)

Ein politischer Sommertagstraum

Lebenslust und Klassenkampf: »Die alten Knacker« sind ein Gegenentwurf zur Tristesse der deutschen Gegenwartslinken

Michael Streitberg

Plakate aus dem »roten Mai« 1968 in Paris, an die Wand gepinnte Titelblätter der (noch immer erscheinenden) anarchistischen Zeitschrift Le Libertaire, ein altes Megaphon inmitten turmhoher Papierberge: Ein langes politisches Leben verdichtet sich in einer kleinen Dachgeschosswohnung. Inmitten des ganzen Chaos sitzt ein alter Mann am Schreibtisch und schlürft seinen mit der Bialetti-Kanne zubereiteten Milchkaffee.

Der Leser mag erwarten, dass sich nun ein Nebel aus Nostalgie über die ganze Szenerie legt. Das Leben dieses Mannes, offensichtlich ein Veteran der antiautoritären Linken in Frankreich, scheint sich seinem Ende zu nähern, die Erinnerungen könnten alles sein, was ihm noch geblieben ist. Tatsächlich erzählt der Comic »Die alten Knacker« von wehmütigen Erinnerungen, von der Sehnsucht nach den Freuden der Vergangenheit, vom Nachtrauern an eine verlorene Liebe und vom Schmerz über verpasste Gelegenheiten. Allerdings hat der eingangs erwähnte Dachkammer...

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