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16.12.1997 / Ausland / Seite 0

Hammer und Amboß auf türkisch

Warum der Kurde Ali Sezigi kein Dorfschützer werden wollte

Peter Murakami, Diyarbakir

Der graubraune Schlamm scheint in Diyarbakir, der kurdischen Metropole im Südosten der Türkei, allgegenwärtig zu sein. Er überzieht die Straßen im Zentrum der Zweimillionenstadt und besprenkelt die Hosenbeine von Soldaten, Polizisten und Zivilisten. Er stammt von den Hügeln rund um die Stadt. Aus Aziziye Mahallesi zum Beispiel.

Hier auf einem dieser Schlammhaufen am Rande von Diyarbakir, rund zwanzig Minuten vom Zentrum entfernt, wohnt Ali Sezigi. Der 58jährige lebt mit seiner Frau und neun Kindern in einer aus aufgeschichteten Hohlblocksteinen errichteten Notunterkunft. Als Fenster dient eine mit Plastikplanen bespannte Aussparung im Gemäuer, durch die man gerade noch erkennen kann, ob es draußen hell oder dunkel ist. Wenn es regnet, muß das Wasser vom Dach geschöpft werden, damit die Unterkunft der Sezigis nicht naß wird. Trinkwasser ist dagegen nicht so leicht zu bekommen. Es muß von einer zweihundert Meter entfernten Fabrik herangescha...

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