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11.11.2015 / Titel / Seite 7 (Beilage)

Beim heiligen Satyr

Frankreichs große Weinkultur reicht zurück in unchristliche Zeiten – gottlob!

Hansgeorg Hermann

Die christliche Kirche hat in den vergangenen zwei Jahrtausenden alles eingesackt, was ursprünglich an unchristlichen, im Pfaffenjargon »heidnischen«, Weihestätten über den alten Kontinent verteilt war. Ob in Höhlen, oder auf Berggipfeln – kein anbetungswürdiger Ort sowie dessen Name war sicher vor dem Zugriff der Häscher unter dem Kreuz. So kommt es, dass in Frankreich, an den sanften Ufern des schönen Flusses Loire, sogar der absolute Antipode christlicher Morallehre, der griechische, unsterbliche König des ordinären Saufgelages, der Satyr, zum »Heiligen« mutierte.

Weil Frankreich nun mal Frankreich ist und nicht das Land eines Martin Luther oder Johannes Calvin, wird der Satyr dort seit Cäsars Feldzügen für das gepriesen, was ihn unterm Strich ausmacht: für seinen Wein. Womit wir endlich beim Gegenstand dieses Artikels sind – bei der Rebe, der Traube und ihrem Weg von der fruchtbaren Scholle bis ins Fass, bis ins Glas des Geniessers, der dem gehörnten, ...

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