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05.09.2015 / 0 / Seite 2 (Beilage)

Kreative Eingreiftruppe

Existenzangst und politische Reinheitsapostel hindern linke Künstler daran, klare Kante zu zeigen. Das muss nicht so bleiben

Leander Sukov

Früher war manches besser. Tatsächlich. Zum Beispiel die linke Subkultur. Man konnte beim linken Bäcker Brötchen kaufen, im linken Plattenladen musikalische Kampfunterstützung und im linken Buchladen Theorie und Fiktion. Die Konzerte linker Musiker, viele von ihnen mittlerweile vergessen, waren leidlich besucht; Bücher gingen gut weg, misst man’s an heutigen Verkaufszahlen, Ausstellungen wurden frequentiert, und politische Kunst konnte, mit etwas Einsatz, Glück und Selbstvertrauen, Frau und Mann ernähren. Man befand sich sozusagen im sozialen Netz der Linken – von Jungsozialisten bis zur Marxistischen Gruppe.

Die Wahlerfolge linker Parteien waren marginal, nirgendwo saß eine in einem Landesparlament, aber die Subkultur war stark. Jetzt ist es andersherum. Die Linkspartei sitzt in vielen Landesparlamenten und im Bundestag. Aber eine starke linke Subkultur? Nada.

Und das merken die Künstler. Es gehört, im Gegensatz zu den Siebzigern und Achtzigern des 20. J...

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