Gegründet 1947 Sa. / So., 20. / 21. April 2019, Nr. 93
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05.09.2015 / 0 / Seite 8 (Beilage)

Das »Dorfdeppenphänomen«

Über den Rassismus der Provinz und vermeintliche Patentrezepte aus der Großstadt, wo radikale Abgrenzung leichter fällt

Christian Stahl

Viel haben wir über sie diskutiert. Über die Marzahner und Hellersdorfer, Bewohner von Berlins Neubaugebieten, oder die Freitaler, die zehn Kilometer von Dresden entfernt wohnen. Die Menschen aus den Randbezirken der Großstädte und diejenigen, die in Gegenden leben und aufgewachsen sind, wo die Träume und Wünsche, die uns jeden Tag von den Medien unter die Nase gerieben werden, nicht wahr werden. Wo man sein Geld zusammenhält, sparsam lebt und wo auf den Wasserrohrbruch im Badezimmer doch der Schlag in die Fresse folgt. Diejenigen, die nach Schuldigen für ihre beschissene Situation gesucht haben und diese – angetrieben durch Springer-Presse, NPD, Die Rechte und das Stammtischgelaber in der Eckkneipe – in den Asylsuchenden, die nun zu allem Übel auch noch in der Nachbarschaft wohnen, gefunden haben. Diejenigen, die nicht in der Lage sind, den richtigen Feind zu entdecken und stattdessen ohnehin schon entrechtete Menschen zu Sündenböcken machen.

Doch drängt...

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