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12.08.2015 / 0 / Seite 20 (Beilage)

»Es geht um einen Systemwechsel«

Für die Ernährung von künftig zehn Milliarden Menschen ist eine fortgesetzte Ertragssteigerung in der Landwirtschaft nicht entscheidend. Ein Gespräch mit Felix zu Löwenstein

Interview: Jana Frielinghaus

Sie sind ein vehementer Propagandist des Ökolandbaus. Wie haben sich Ihre Überzeugungen entwickelt?

Das hat mit dem eigenen Betrieb zu tun, weil in den Jahren, in denen ich konventionell gewirtschaftet habe, bei mir das Unbehagen immer größer wurde, mit Stoffen zu arbeiten, die eigentlich in der Natur nichts zu suchen haben. Nachdem ich unser Gut tatsächlich auf ökologischen Landbau umgestellt hatte, ging es mir wie vielen anderen: Erst nach einer Weile habe ich gelernt, warum man es macht und wieso das heute noch Übliche auf Dauer nicht funktioniert.

Ein Weiter so in der konventionellen Landwirtschaft führe unweigerlich zur Zerstörung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit und damit der Möglichkeit, effizient Lebensmittel herzustellen, haben Sie geschrieben. Was sind aus Ihrer Sicht die Hauptprobleme?

Die liegen in der Übernutzung der Ressourcen, die erforderlich sind, um Nahrungsmittel zu erzeugen. Da ist als erstes der Boden zu nennen, der, ...

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