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05.08.2015 / 0 / Seite 17 (Beilage)

Die romantische Tat

Wie Stirner sie lehrte, die Bombe zu lieben. Über individuelle Anarchisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts

Daniel Bratanovic

Am Abend des 12. Februar 1894 betrat ein blonder junger Mann das Café Terminus in der Nähe des Bahnhofs Saint-Lazare im 8. Pariser Arrondissement, setzte sich an einen freien Tisch, zog einen kleinen Blechtopf aus seinem Mantel und warf ihn von sich. Der Topf, gefüllt mit Sprengstoff, schlug gegen einen Kronleuchter und explodierte. 20 Personen erlitten Verletzungen, eine erlag ihnen später. Der Attentäter floh, konnte aber nach Handgemenge und Schießerei, bei der ein Polizist schwer verwundet wurde, gefasst werden. Nachdem man ihn am 27. April 1894 vor Gericht gestellt und über ihn die Todesstrafe verhängt hatte, stieß er aus: »Genossen, nur Mut! Es lebe die Anarchie!«

Der Anschlag, den Émile Henry verübt hatte, wäre für sich genommen und gesondert betrachtet nicht der Erwähnung wert. Weder war er der spektakulärste in dieser unruhigen Zeit zwischen 1880 und 1914, in der die »Stimme des Dynamits« häufig zu vernehmen war, noch forderte er viele Todesopfer...

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