25.02.2015 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Geliebtes Werkzeug

Wie sieht die Arbeit in fünfzig Jahren aus? Eine Science-Fiction-Erzählung von Dietmar Dath

Dietmar Dath

Bald bin ich ein anderer Mensch. Ich werde etwas verlieren. Ich werde etwas gewinnen. Der Gewinn macht mich neugierig, ich kann mir nicht richtig vorstellen, wie er sich anfühlen wird. Der Verlust dagegen macht mir ein bisschen Angst: In wenigen Minuten schneidet man mich ab von dem, was ich seit Jahren täglich fünf Stunden lang erlebe; vom Zugmittelgetriebe aus Ketten und Riemen, von der ratternden Antriebswelle unterm Abdeckband, vom Schlitten in der Führung, vom freien Spiel um den Antriebsstrang.

Ab morgen werde ich mich nicht mehr jeden Tag um neun Uhr vormittags in die Schiene legen und spüren, wie die Lithiumfolie sich an mich schmiegt, bis ich hineinpasse wie in meine Haut. Ich werde die Ventile nicht mehr öffnen können wie Augenlider. Ich werde die Federn nicht mehr strecken können wie Muskeln. Die Streifen aus Dysprosium in den spintronischen Halbleiterschichten werden mich nicht mehr kitzeln.

Was ich in meinem Kopf diktiere, wird nicht mehr, wi...

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