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11.02.2015 / 0 / Seite 7 (Beilage)

Kampf um die Geschichte

Japans Rechtsruck beeinflusst auch die Comickultur

Michael Streitberg

Permanente Aufrüstung, Säbelrasseln gegen China, geschichtsrevisionistische Parolen von Premierminister und Kabinett: Seit der Wahl von Ministerpräsident Shinzo Abe im Jahr 2013 erlebt Japan einen dramatischen Rechtsruck. Rassistische Aufmärsche gegen im Tokioter Stadtteil Shin-Okubo lebende Koreaner sprechen eine deutliche Sprache.

Die politische Stimmung schlägt sich auch im Bereich der Mangakultur nieder. Anders als in den meisten europäischen Ländern sind Manga (Comics) in Japan kein Nischen-, sondern ein Massenphänomen. Sie werden von Menschen jeden Alters und aller sozialen Schichten gelesen. Die erfolgreichsten Titel erreichen dabei Auflagen von mehreren Millionen. Schon immer waren Manga daher auch gern genutzte Mittel zur Intervention in politische Debatten.

Während in den 60er Jahren etliche erfolgreiche linke Manga erschienen, die von Aktivisten der 1968er Bewegung geschätzt wurden, sind es heute vor allem die Arbeiten des 1953 geborenen Zeichn...

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