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18.12.2013 / 0 / Seite 6 (Beilage)

Stolpern über Geschichte

Ein US-Schriftsteller verfolgt die Spuren der faschistischen »Euthanasie«-Morde in Berlin

Kenny Fries

Als ich Anfang September in Berlin eintraf, interessierte ich mich in erster Linie für die Biographien behinderter Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind. Im Rahmen der Recherchen für ein neues Buch wollte ich herausfinden, ob unterschiedliche gesellschaftliche Strukturen in einem geteilten Land zu unterschiedlichen Lebenswegen behinderter Menschen auf beiden Seiten der Grenze geführt haben.

Ehe ich nach Deutschland kam, wußte ich bereits, daß ich mich mit dem Sterilisations- und »Euthanasie«-Programm der Nazis auseinandersetzen mußte, wollte ich das Leben behinderter Menschen hierzulande verstehen. Was ich nicht erwartet hatte, war, bei meinen täglichen Streifzügen durch Berlin allzu deutliche Hinweise auf diesen verstörenden Teil der Geschichte zu finden. Ebenso wenig war ich darauf vorbereitet, historische Kontinuitäten in der deutschen Kultur zu dem zu finden, was behinderten Menschen im »Dritten Reich« angetan wurde. Seit...

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