Gegründet 1947 Montag, 17. Juni 2019, Nr. 137
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11.12.2013 / 0 / Seite 7 (Beilage)

Tiefe Einblicke

Was das Schicksal eines Menschenaffen über den Zustand des Bürgertums im 19. Jahrhundert verrät. Von Utz Anhalt

Utz Anhalt

Der Gorilla steht dem Menschen nahe; und das merkten die Menschen auch vor Charles Darwins Evolutionslehre. Die Faszination an den Menschenaffen lag darin begründet, daß sie dem Menschen körperlich und seelisch ähnlich sind, aber doch etwas Anderes behalten. Aus solchem Stoff entstehen Fabeln. Die Sichtweisen auf Menschenaffen im 19. Jahrhundert deckten deshalb das gesamte Spektrum von äußerster Fremdheit bis hin zu purer Vermenschlichung ab.

Für den Tierforscher Alfred Edmund Brehm war gerade die Menschenähnlichkeit von Affen ein Grund, warum sie auf viele unheimlich wirkten: »Anstatt unsere nächsten Verwandten wollen auch wir kaum mehr erkennen als Zerrbilder unserer selbst, schleudern das Urteil der Verdammnis auf sie und finden bloß diejenigen Affen wirklich anziehend, welche die wenigste Ähnlichkeit mit den Menschen zeigen.« Der Menschenaffe ließ ahnen, daß die Grenze zwischen Mensch und Natur durchlässig war und stellte im Zeitalter kap...

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