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06.11.2013 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Total real

Realpolitik ist immer gewalttätig und ideologisch. Dafür ist sie ja erfunden worden

Leander Sukov

Realpolitik ist lustig, geht meistens daneben und sorgt gleichwohl für einen beruhigenden Stillstand. Realpolitik ist der Käse-Igel der Politik, irgendwie ekelig, mit matschigen Salzstangen und trotzdem Kult. Sie eignet sich nur für Leute, die sich jeden Käse leisten können. Realpolitik tritt in allen Politikfeldern auf. Sie ist genügsam und kann viel ab; außer Visionen und Utopien. Realpolitik entspricht dem Seelenzustand eines depressiven Selbstmörders kurz vor der Selbstentleibung.

Weil wir im Postzeitalter leben (Postmoderne, Poststrukturalismus, Postideologie, Postfordismus, Postgenerationgolf, Postpostit), eignet sich die Post gut für ein Beispiel von Realpolitik (»Die Kassen sind leer«, »Gut verscherbeln wir was«). Als man die Post privatisierte, sollte alles besser werden, schöner, moderner. Es sollte eine goldgelbe Postpostzeit anbrechen. Ganz realpolitisch hatte man entschieden: Die Post an den Kapitalmarkt, Betriebswirt...

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