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09.10.2013 / 0 / Seite 8 (Beilage)

Hurenkinder und Spitzel

Erinnerungen eines Verlegers

Bernd Kramer

Vorweg: Als gelernter Schriftsetzer und Buchdrucker genieße ich es immer wieder, die im Bleisatz gesetzten Bücher in die Hand zu nehmen, die Zeilen mit den Fingern abzutasten; denn die Schrift ist »erhaben«, in winzigen Reliefzeilen fügt sich Buchstabe an Buchstabe. Heute kann jeder Fachfremde mit dem technischen Sklaven Computer umgehen – allerdings sieht das ausgedruckte Ergebnis oft schauderhaft aus. In vielen Verlagen sind »Schreibkräfte« damit beschäftigt, die von den Autoren abgelieferten Manuskripte zu erfassen, um sie druckfertig zu machen. Es graust mir immer wieder, wenn ich auf Buchseiten ein Hurenkind entdecke, das ist die erste Zeile einer Buchseite, die nicht über die ganze Satzbreite geht. Zum Hurenkind gesellt sich oft der Schusterjunge. – Den leibhaftigen Schusterjungen sagte man einst nach, sie seien recht vorwitzig. So wirkt auch die Anfangszeile eines Abschnittes, die am Schluß einer Seite ...

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