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01.06.2013 / 0 / Seite 6 (Beilage)

Onkel Adolf

Halbe Dortmunder und andere Seelentröster

Frank Schäfer

Ich habe häufiger Silvester mit meinem Onkel gefeiert. Er war allein, ich war allein, meine Eltern waren bei Freunden eingeladen. Sie brachten mich früh genug zu Onkel Adolf und vergaßen nicht die Flasche Herva mit Mosel, damit ich mit ihm anstoßen konnte. Und dann feierten wir. Natürlich feierten wir nicht, wir saßen den ganzen Abend lang vorm Fernseher, spielten Karten, und er betrank sich langsam mit Dortmunder Export und einigen tiefen Schlucken aus der Schnapsflasche. Wir spielten Schwimmen um Fünf- und Zehn-Pfennig-Stücke. Mein Onkel leerte die Geldbörse, teilte sein Kleingeld auf zwischen uns, und am Ende des Abends, gegen halb eins, hatte er meinen Teil zurückerobert, und ich durfte zur Belohnung das gesamte Geld behalten.

Onkel Adolf und ich haben uns sehr häufig gestritten, aber nie, wenn wir allein waren. Ich erinnere mich an diesen Abend, weil ich eine hübsche Stange Geld gewonnen hatte. 2,50 DM mindestens. Eine ganze Menge für einen Sechsjäh...

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