Gegründet 1947 Dienstag, 23. Juli 2019, Nr. 168
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07.11.2012 / 0 / Seite 6 (Beilage)

»Weg von dem eins zu eins, zeig mir Atmosphäre!«

Über die animierten Szenen aus einem Straflager in Nordkorea im neuen Dokumentarfilm »Camp 14«. Ein Gespräch mit Marc Wiese

Interview: Alexander Reich

F: In Ihrem neuen Dokumentarfilm »Camp 14« erinnert sich Shin Dong Huyk an das Straflager in Nordkorea, in dem er 1982 geboren wurde. Mit 24 gelang ihm vor sechs Jahren die Flucht. Wie haben Sie ihn dazu gebracht, vor der Kamera seine Geschichte zu erzählen?

Ich las beim Frühstück in Washington in der Zeitung, daß Shin nach 24 Jahren in dem Lager keine Ahnung hatte, daß die Außenwelt anders ist; und dieses Motiv hat mich sofort fasziniert. Kumpanen, die ich von der Arbeit an meinem Film über ein Massaker der US-Armee im Korea­krieg kannte, haben Shin in Seoul relativ leicht gefunden, aber ich bin nicht der einzige, der die Washington Post liest. Da waren NBC-USA, CBS-USA, diese Riesennetworks traten super aggressiv auf. Fünf, sechs Leute: Du mußt das machen, Shin, hier sind 50000 Dollar, wieso überlegst du überhaupt? Du hast doch kein Geld! Was sie nicht verstanden: Er hatte überhaupt keine Beziehung zu Geld. Es bedeutet ihm bis heute nic...

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