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10.10.2012 / 0 / Seite 9 (Beilage)

Kopf ab mit Gefühl

Hazel Rosenstrauchs Geschichte vom empfindsamen Henker Karl Huß. Von Martin Brinkmann

Martin Brinkmann

Henken oder gehenkt werden – beide Vorgänge laden ein zu grausigen Spekulationen, die letzten Dinge betreffend. Was geht vor in einem Kopf, der gleich, wie man sagt, rollen soll? Wie muß ein Mensch seelisch beschaffen sein, der dem professionellen Tötungsgeschäft innerlich widerstandsfrei nachgeht?

Seit Jahren schon taucht immer wieder die folgende Meldung in der Presse auf: Simbabwe sucht auch weiterhin vergeblich einen Henker für so und so viele zum Tode Verurteilte in den Gefängnissen des Landes. Ist es wirklich verwunderlich, daß in einer Gegend, in der das Massaker an der Tagesordnung ist, niemand offiziell den schweren Jungs (und Mädels) den Garaus machen will?

Tatsächlich hat den Beruf des Scharfrichters schon immer (und überall) ein unheimliches, ein jenseitiges Flair umgeben, hat derjenige, der hauptamtlich köpft und foltert, zu allen Zeiten als Aussätziger gegolten. Wie sehr einen sensiblen Berufshenker diese gesellschaftliche Ächtu...



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