Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. Mai 2019, Nr. 120
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10.10.2012 / 0 / Seite 6 (Beilage)

Vom Schock der Erniedrigung

Ursula Krechels »Landgericht« schildert die Situation im Nachkriegsdeutschland, ungeheuerlich, ­übergenau und nicht immer lebendig. Von Doris Hermanns

Doris Hermanns

Deutschland kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der ehemalige Richter Richard Kornitzer, der 1933 als Jude »in den Ruhestand« versetzt worden war, kehrt aus dem kubanischen Exil zu seiner Frau Claire zurück, die, anders als er, kein rettendes Visum erhalten hatte. Die Kinder der beiden leben seit elf Jahren in England. Kornitzer hatte selbst zurückkommen wollen, da er es als Glück ansah, einen Beitrag zu einem neuen demokratischen Deutschland leisten zu können. Aber schnell wird ihm der ständige Widerstand gegen seine sofortige Rehabilitierung deutlich, so wird seine Ausbürgerung gegen ihn verwandt. Und obwohl es für ihn angeblich keine freie Stelle geben soll, sieht er, wie sich in zahlreichen leitenden Positionen die alten Nazis wieder breit machen.

Schweigen ist ein wichtiges Thema in dem neuen Roman von Ursula Krechel. Schon zu der Zeit, als Kornitzer vor seiner Emigration noch in Berlin lebte, bemerkte er über die Kollegen in der Glühlampen...

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