Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Mittwoch, 22. Mai 2019, Nr. 117
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10.10.2012 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Häßlich und wahr

Sibylle Berg schafft eine Figur der zwei Geschlechter und läßt sie stellvertretend für uns durchs Leben schlingern. Von Anette Lang

Anette Lang

Sibylle Berg hat sich ihren Platz in der deutschen Literaturlandschaft verdient. Niemand sonst ist so nervtötend unverblümt, so gebetsmühlenartig korrekt, niemand sonst reibt uns mit mehr Genugtuung unter die Nase: Die Welt ist schlecht. Und obwohl wir, als Menschen, nicht als Leser, etwas dagegen tun könnten, ist es uns egal. Das macht die Sache noch schlimmer.

Die große Bravour liegt nun auf literarischer Ebene darin, dieselbe Botschaft immer wieder neu zu verpacken. Wer im Bergschen Werk nach einem friedsamen Text sucht, geht leer aus. Da gibt es nur Varianten der schlechten Welt: Auf die unversöhnliche Mitleidlosigkeit der 90er Jahre folgt mit »Der Mann schläft« ein gebrochenes Porträt der Zweierbeziehung, an das sich jetzt mit »Vielen Dank für das Leben« die Geschichte eines Kindes anschließt, das erwachsen wird und an seinen Mitmenschen noch vor der Zeit zugrunde geht.

Was nun bei einem anderen Schriftsteller vielleicht ein...



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