Gegründet 1947 Donnerstag, 20. Juni 2019, Nr. 140
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02.06.2012 / 0 / Seite 6 (Beilage)

Der große Einbruch

Es ist nicht so einfach, ins Kanzleramt einzusteigen

Cyrill Callenius

Niedergesunken an der Wand saß ich da schon seit Tagen. Ich aß und trank nur das Nötigste (eigentlich gab es auch nicht viel mehr). Ich weiß nicht, wie lange ich so saß, denn jedes Zeitgefühl, das ich je besessen hatte war wie in Luft aufgelöst.

Die Fenster sind vergittert, die nackte Glühbirne an der Decke strahlt ein gräßlich kaltes Licht aus.

Es ist kalt, sehr kalt im Raum, langsam erhebe ich mich von der Wand, nur um sofort wieder hinunterzusinken. Ich kann nicht mehr. Die Wunden an meinem Arm sind noch nicht ganz verheilt, und bis ich wieder zu Kräften komme, wird es dauern.

Ich erinnerte mich an das, was passiert war: Ich war noch nie einer von denen gewesen, die man die »Guten« nennt.

Es fing in der 1. oder 2. Klasse an, Jo, so einer, der immer der Boß sein wollte und es auch war, fragte mich, ob ich in seine Bande wolle. Natürlich stimmte ich zu, es gab nichts Cooleres, als in seiner Bande zu sein.

Nach einiger Zeit war ich sogar ...









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