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02.06.2012 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Julia in der Haasenburg

Wasser, Brot und hartes Lager: Eine Jugend in einem Brandenburger Therapiezentrum

Alexander Reich

Das Ruppiner Land ist überhaupt eins von den stillen in unsrer Provinz«, schrieb Fontane Ende des 19. Jahrhunderts in seinen »Wanderungen durch die Mark Brandenburg«. Die 19jährige Julia Buchholz (Name von der Redaktion geändert) hat hier einen Wald hinter dem Fenster ihrer Hartz-IV-Wohnung. Nach unserem ersten Gespräch Anfang Mai sucht sie im Pfennigland nach Gardinen.

Sie will eigentlich nur über das Therapiezentrum Haasenburg im Spreewald reden, »am liebsten«, um etwas zu seiner Schließung beizutragen. Als sie mit 13 in seinen »vorübergehend engmaschig intensivpädagogisch-therapeutischen Bereich« gesperrt wurde, war sie schon sehr kaputt. Mit 16 sei sie noch kaputter wieder rausgekommen, sagt sie heute: »Die Haasenburg hat alles nur schlimmer gemacht.« Das schließt auch ihre Selbstverletzungen und Kicks ein. Z.B. inhalierte sie durch ein gefaltetes Handtuch sechs Flaschen Deospray (und kam auf eine...

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