Gegründet 1947 Sa. / So., 19. / 20. Oktober 2019, Nr. 243
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15.03.2012 / 0 / Seite 24 (Beilage)

Exterritorial

Ein kleiner Abgesang

Klaus Bittermann

Mitte Dezember 1986 verkündete H.M. Enzensberger in der Neuen Zürcher Zeitung das Ende des Literaturkritikers und des Rezensenten. »Ihr historisches Verschwinden läßt sich einfach nicht mehr länger verheimlichen«, schrieb er. Was er nicht voraussah, ist die Zähigkeit, mit der sich dieser Berufsstand an seine Existenz klammert, ein Beruf, der an Bedeutung immer mehr abnimmt, während die Zahl derjenigen, die Buchbesprechungen verfassen, absurderweise proportional zunimmt.

Die Rezension, früher unabhängige Kritik, wird ersetzt durch »Service«, indem man die Klappentexte der Bücher ins geduldige Netz stellt und als redaktionelle Beiträge ausgibt. Der Literaturstreit, mit dem man sich in den großen Feuilletons der eigenen Wichtigkeit versichert, ähnelt immer mehr einer angestrengten Show, in der der Kritiker im Mittelpunkt steht...

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