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08.03.2012 / 0 / Seite 5 (Beilage)

Das Jungfrau-Maria-Komplott

Der Schwangerschaftsabbruch wird weltweit als »Mord« stigmatisiert: von Politikern, Kirchenleuten und Fundamentalisten. Ziel ist Verhinderung des Rechts auf Selbstbestimmung

Sarah Diehl

Wer glaubt, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis auch im letzten Land Abtreibung legalisiert wird, täuscht sich. In vielen Ländern werden Frauen immer noch nicht vollends als Subjekt mit Rechten und Bedürfnissen wahrgenommen. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO hat jede dritte Frau weltweit einen Schwangerschaftsabbruch. Das Thema ungewollte Schwangerschaft gehört also zur Lebensrealität von Frauen.

Die wichtigste Strategie der Abtreibungsgegner: Sie verschieben den Fokus der öffentlichen Debatte von der Perspektive der Frau hin zu der des Fötus. Sie versuchen, in Frauen Schuldgefühle und Vorstellungen zu erzeugen, die es ihnen erschweren, ihre eigenen Bedürfnisse zu formulieren. Mit Hilfe einer hoch emotionalisierten Debatte um Kinderrechte, Liebe und Fürsorge gelingt ihnen dies sehr gut. In pseudoaufklärerischer Manier werden Menschenrechte für den Embryo gefordert, bevor die der Frau verwirklicht werden konnten.

Bemerkenswert sind die Parallelen...



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