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29.02.2012 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Immer den Briefkasten leeren

Genehmigungen erforderlich: Verwandtenbesuche, Freizeitgestaltung oder gar Reisen sind in prekärer Finanzsituation und unter ständiger Behördenbeobachtung kein leichtes Unterfangen

Susan Bonath

Entschuldigung, fahren Sie mit einem Wochenendticket? Könnten Sie uns mitnehmen?« Die beiden Fahrgäste, die an einem kalten Sonntag nachmittag am Berliner Bahnhof Zoo schüchtern die Bitte vortragen, sind keine verrückten Teenies mit bunten Haaren. Es sind gestandene Frauen – ordentlich gekleidet, Anfang Fünfzig.

Als sie eine Zusage bekommen, zahlen sie ihren Anteil: 7,80 Euro für jede. Das ist allemal besser als knapp 30 Euro. Soviel kostet eine Fahrkarte von Berlin nach Magdeburg. Zu teuer für Bettina Köhler und Petra Meyer. Beide gehen stundenweise putzen, stocken mit Arbeitslosengeld II auf und hatten eine Woche frei, um gemeinsame Freunde in der Hauptstadt zu besuchen. Ein paar Tage abschalten, Kontakte pflegen, Spaß haben.

Vier Wochen Urlaub pro Jahr, wie es das Gesetz vorschreibt, gewähren den beiden allerdings nur ihre Arbeitgeber. Beim für die Frauen zuständigen Jobcenter ist das anders. Urlaub für »Hilfebedürftige« ...



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