Gegründet 1947 Mittwoch, 26. Juni 2019, Nr. 145
Die junge Welt wird von 2198 GenossInnen herausgegeben
07.09.2011 / 0 / Seite 8 (Beilage)

»Wir sind stolz auf unseren Kampf«

Die jüdische Litauerin Fania Jocheles-Brantsovskaya über den Widerstand im Ghetto.

Frank Brendle

Nur bei den Partisanen haben wir uns gefühlt wie ein Mensch. Wenn man gewußt hat, daß die Deutschen in der und der Richtung fahren, dann wurden Brücken gesprengt, Gleise aufgerissen oder Telefonmasten umgestürzt.

Es war Anfang September vor 70 Jahren, als ein litauischer Polizist in der Wohnung der Familie Jocheles stand und sie aufforderte, binnen 30 Minuten ins neu errichtete Ghetto von Vilnius überzusiedeln. Im Herbst hatte die damals 19jährige Fania mit dem Studium an der Uni anfangen wollen, um Lehrerin zu werden. Statt dessen wurde sie zur Kämpferin: Erst im Ghetto, danach bei den Partisanen, und heute kämpft sie für die Erinnerung an den Holocaust und den jüdischen Widerstand. Erst vorige Woche war sie wieder in Berlin, um darüber zu berichten.

Mit 17 war sie ins belorussische Grodno gegangen, um dort am Pädagogischen Institut zu studieren. Zwei Jahre blieb sie dort. Sie trat dem Komsomol bei; mit Religion hatte ihre Familie ohnehin nie viel im S...



Artikel-Länge: 7688 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €