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24.08.2011 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Riskante Lebensbedingungen

Warum behinderte Mädchen und Frauen häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Katharina Göpner

Schweizer Medien berichteten im Februar von einer Verbrechensserie, über die man hierzulande kaum etwas erfuhr: Ein langjähriger Mitarbeiter der Behindertenhilfe hatte in verschiedenen Wohnheimen an mindestens 120 Kindern und Erwachsenen sexualisierte Gewalt verübt. Gegenüber dem Züricher Tages-Anzeiger (3.2.2011) erklärte die Psychologin Aiha Zemp, der Fall habe sie schockiert, aber nicht überrascht. Sie verwies auf eine Studie, die sie 1995 im Auftrag des österreichischen Familienministeriums in Wohnheimen der Behindertenhilfe durchgeführt hatte. Demnach waren 64 Prozent der befragten behinderten Frauen und 50 Prozent der Männer bereits Opfer von sexueller Gewalt geworden. Schon damals sei sie überzeugt davon gewesen, daß die Situation in der Schweiz nicht besser sei.

Daß die meisten bundesdeutschen Medien die Vorfälle offenbar erst gar nicht für berichtenswert hielten, hat wohl auch etwas mit weit verbreiteten Vorurteilen zu tun.

Über lange Zeit wurd...



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