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01.06.2011 / 0 / Seite 6 (Beilage)

Freiheitsentzug

Kinder dürfen heute kaum noch unbeaufsichtigt spielen. Zur Begründung müssen böse Männer und das erhöhte Verkehrsaufkommen herhalten

Franziska Lüdtke

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe keine Kinder. Alles was ich hier schreibe, basiert auf Beobachtungen in meinem Bekanntenkreis, den Diskussionen, die durch die Medien geistern, und den Erinnerungen an meine 70er-Jahre-Kindheit. Außerdem bezieht sich alles auf ein bestimmtes Milieu, nämlich die privilegierte, mehr oder weniger alternative Mittelschicht im ländlich-kleinstädtischen Raum.

Wenn ich mich so umschaue, fällt mir auf, daß Kinder heute selten auf der Straße oder im Wald spielen. Selbst in dem idyllischen Dorf, in dem ich wohne. Als ich Bekannten von meiner Beobachtung erzählte, erklärte eine Mutter, sie werde ihre Kinder niemals unbeaufsichtigt draußen spielen lassen. Das sei viel zu gefährlich. Sie selbst habe als Kind überall gespielt. Aber heute sei das etwas anderes. Warum eigentlich? Ich glaube nicht, daß es heute gefährlicher ist, außerhalb von Spielplätzen unbeaufsichtigt draußen zu spielen. Die Zahl der Sexualstraftäter ist nicht g...

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