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08.03.2011 / 0 / Seite 4 (Beilage)

Lohngleichheit? Geht gar nicht

Frauendiskriminierung bei der Bezahlung ist systemrelevant. Mainstreamökonomen ignorieren gezielt ­volkswirtschaftliche Bedeutung der Sorgearbeit

Sabine Scherbaum

Bereits 1957 stand Deutschland im Verdacht, sich durch einen hohen Prozentsatz weiblicher Beschäftigter einen Wettbewerbsvorteil auf dem europäischen Markt zu verschaffen. Frauen in Deutschland erhielten aufgrund der sogenannten Lohnabschlagsklauseln für »Frauenlohngruppen« bis zu 40 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Daher drängten die europäischen Partnerstaaten der alten Bundesrepublik bei Verabschiedung der Römischen Verträge darauf, den Grundsatz »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« in Artikel 119 festzuschreiben. Dennoch gehört Deutschland mit einer Entgeltlücke von 23 Prozent zwischen Männern und Frauen immer noch zu den Schlußlichtern im europäischen Ranking. Diese moderne Form des Lohnabschlags stützt das europäische Lohndumping. Die niedrigen Lohnstückkosten in Deutschland basieren zum großen Teil auf der Einsetzbarkeit Frauen als flexible und billige Arbeitskräfte (1). Bilden die in der Bundesrepublik erwer...

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