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01.06.2010 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Armutskarrieren

»Familienwerte« werden in Polen von Politikern und Kirchenvertretern massiv propagiert. Bei staatlichen Leistungen für Kinder hat das Land in der EU die rote Laterne

Tomasz Konicz

Ich sammle Geld für bedürftige Kinder, hätten Sie fünf Zoty übrig?« Die saubere, aber abgetragene Kleidung des vielleicht zehnjährigen Mädchens, das da vorgibt, eine Sammlung für gemeinnützige Zwecke durchzuführen, weist sie selbst als bedürftig aus. Auch wenn der in die selbstgebastelte Spendenbüchse eingeworfene Fünfer wahrscheinlich anschließend in der Tasche der kleinen Spendensammlerin verschwinden wird, lügt sie nicht: Es ist eine karitative Aktion in eigener Sache. Ein längerer Aufenthalt im Land schult den Blick für das oftmals mühsam versteckte Elend, unter dem viele Kinder und Jugendliche in Polen seit der Systemtransformation leiden. Zu ihnen gehört auch der etwa Zwölfjährige, der im Supermarkt nach »1,39 Zloty für eine Schokolade« fragt.

Die massenhafte Pauperisierung Heranwachsender in Polen wurde in einer im vergangenen Jahr publizierten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) them...

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