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26.05.2010 / 0 / Seite 2 (Beilage)

Die Familie ist nackt

Auf vier Ausnahmezuständen basiert das Geschäftsmodell der FIFA. Sie ist auf dem Zenit ihrer Macht

Mario Freidank

Ruud Gullit war ein großartiger Fußballer. Aber das ist eine Weile her. Am 14. Mai wäre der Niederländer fast niedergekniet und hätte den Ring des FIFA-Weltverbandspräsidenten Joseph »Sepp« Blatter geküßt: »Ich habe einen achtjährigen Sohn«, waren Gullits Worte, »Ich möchte ihm die Chance geben, eine WM im Stadion mitzuerleben, denn das ist ein unvergeßliches Erlebnis.«

Weitere acht Männer trugen bei dieser Audienz ihre Anliegen vor, darunter der Kronprinz von Katar und David Beckham. Erfüllt waren die unterwürfigen Bittsteller von einem einzigen Wunsch: 2018 oder 2022 die Herren-WM der FIFA-Familie auszurichten. Als Don Blatter die Ehrerbietungen empfangen hatte, wünschte er allen viel Erfolg. Die Verkündung der Sieger erfolgt am 2. Dezember.

Bis dahin werden die Bewerberländer, um Stimmen zusammenzukaufen, Millionen an die Familie und deren Umfeld zahlen. Wer gewinnt, darf der FIFA die Bühne bauen, auf der sie ihr G...



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