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03.02.2010 / 0 / Seite 6 (Beilage)

Nichts zu verlieren

Leid und Hoffnung im alten Rußland: Eduard Kotschergins Erzählungen machen Menschen zu Helden

Christiana Puschack

Eduard Kotschergin, 1937 in Leningrad geboren, verfügt über die seltene Meisterschaft, den Leser nachhaltig zu fesseln. Virtuos und einfach präsentieren sich seine autobiographischen Erzählungen, die der Persona Verlag unter dem Titel »Die Engelspuppe« herausgegeben hat.

Ergreifend und zugleich unaufdringlich zeichnen die zuweilen bitteren Geschichten den Lebensweg des Autors nach; Stationen und Erfahrungen eines Lebens, die aufs engste mit dem Alltag und der Geschichte der Sowjetunion in den 40er bis 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts verwoben sind. Es sind dies persönliche Erinnerungen an »Hungerjahre«, an Jahre in staatlichen Erziehungsheimen, in denen schon schlichte Fragen Ungemach bringen konnte und sich das Gesicht des stalinistischen Erziehungswesen zeigte: »›Der Genosse Stalin ist der Freund aller Kinder. Also ist er auch unser Freund?‹... Sie (die Erzieherin) erschrak ... furchtbar, dann packte sie ...

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