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05.08.2009 / 0 / Seite 8 (Beilage)

Milchmarktdesaster

Preisverfall bedroht die Existenz Zehntausender europäischer Bauern. Bundesregierung und Bauernverband halten dennoch an vielfach gescheiterten neoliberalen Konzepten fest

Andreas Bergmann

In Deutschlands Landwirtschaft hat die Milchproduktion nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Ihr Anteil an den Einnahmen der Landwirte liegt bei 60 Prozent. Kein Wunder also, daß Bäuerinnen und Bauern auf die Straße gehen, wenn der Erzeugerpreis für Milch fällt und fällt. Schon ein um ein Cent niedrigerer Preis führt zu einem Einnahmenverlust von 280 Millionen Euro pro Jahr. Bei gegenwärtig rund 100000 Milchviehhaltern ergibt sich ein Minus von durchschnittlich 2800 Euro pro Betrieb. Die Preise sind im Vergleich zum vergangenen Jahr aber nicht um einen, sondern gleich um zehn Cent gefallen. Das durchschnittliche Minus beträgt damit 28000 Euro pro Betrieb – mehr als 2000 Euro im Monat. Diese Verluste sind existentiell, nicht nur für kleine Betriebe im Süden und Südwesten Deutschlands, sondern auch für die großen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Thüringen.

Gut 30 Prozent der aus dem Preisverfall resultierenden Verluste lassen sich nic...

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