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22.04.2009 / 0 / Seite 3 (Beilage)

Zeit und Mut für Kritik

Bachelor-Studiengänge können Hochschulen zum bloßen Erfüllungsgehilfen von ökonomischen Verwertungsinteressen machen – wenn Dozenten und Studierende es zulassen

Uwe Hirschfeld

Eigentlich, wenn man das Wort mal beim Wort nimmt, nämlich in Absehung des Kontextes – eigentlich also ist der Bachelor doch eine prima Sache. In wenigen Semestern, selten mehr als drei Jahren, zur Berufsbefähigung (Employability). Was soll daran auszusetzen sein? Und nicht nur das. Auch die einzelnen Bausteine (Module) sollen jeweils schon für einzelne Bereiche die entsprechenden Kompetenzen vermitteln. Da kann man doch wirklich nicht meckern.

Wäre da eben nicht der schon erwähnte Kontext, oder genauer gesagt: die Kontexte. Und die heißen: Verwertung und Wissenschaft. Beginnen wir bei der Wissenschaft. Diese soll der Erkenntnis, der Wahrheit – was immer man sich historisch auch darunter vorstellen möchte – dienen. Dazu muß Wissenschaft die »rücksichtslose Kritik alles Bestehenden« sein: »rücksichtslos sowohl in dem Sinne, daß die Kritik sich nicht vor den Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikte mit den v...

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