Gegründet 1947 Sa. / So., 20. / 21. April 2019, Nr. 93
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20.02.2008 / 0 / Seite 7 (Beilage)

Altbekannte Töne

Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts appellieren wichtige Männer in Deutschland an die Frauen, ausreichend Soldaten und Einzahler in die Sozialkassen zu produzieren

Gisela Notz

Es gibt kaum eine gesellschaftliche Rolle, die so zum Mythos erhoben, ja vergöttlicht wird, wie die der Mutter. Sie ist von Bildern, Idealen, emotionalen Vorstellungen und Bewertungen umstellt. Über Mütter und Mutterschaft schreiben und diskutieren meist Männer: Theologen, Anthropologen, Ärzte, Psychologen, Juristen, Philosophen, Politiker, Pädagogen, Soziologen und viele andere.

Die Mutter an sich gibt es freilich nicht. Die Rolle der Mutter ist jeweils abhängig von der allgemeinen ökonomischen und sozialen Lage sowie von der gesellschaftlichen Wertung.

Wilhelm Heinrich Riehl, der als erster deutscher Familiensoziologe bezeichnet wird, legte in seinem Werk »Die Familie« 1855 den Wirkungsbereich der (bürgerlichen) Mutter klar fest: »Denn in der Familie stecken die Frauen. Sie sollen wirken für das öffentliche Leben, aber man soll ihrer dabei nicht ansichtig werden, denn sie sollen zu Hause bleiben«. Er schrieb nichts über die Rolle des Gesindes – der Mägde...



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