Der Schwarze Kanal: »Sender Jerewan««
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16.08.2007 / 0 / Seite 2 (Beilage)

Etikettenschwindel

»Pflege« heißt jetzt »Assistenz«, doch überholte Macht- und Arbeitsverhältnisse bleiben oft unangetastet

Gerlef Gleiss
Der Begriff der »Assistenz« findet in der Behindertenpolitik zunehmend Verbreitung. Ob in der Presse, unter Sonderpädagogen oder in den Dienstvorschriften der großen Anbieter, überall scheint es keine Pfleger oder Betreuer mehr zu geben, sondern nur noch »Assistenten«. In den Verwaltungsrichtlinien zum Sozialgesetzbuch XII gibt es in fast allen Bundesländern »Assistenz« als eigenständige Hilfeform, die unter bestimmten Vorraussetzungen öffentlich finanziert wird.

Auf den ersten Blick ist dies ein großer Erfolg der politischen Gruppen behinderter Menschen, die seit Anfang der 1980er Jahre ein selbstbestimmtes Leben und eine ambulante Pflege einforderten, bei der die Behinderten selbst entscheiden, wann, wie, wo und durch wen sie gepflegt werden. Der neue Begriff »persönliche Assistenz« stand bisher im Gegensatz zu »Betreuung«, »Pflege« oder gar »Wartung«, wie es bis 1996 noch im Bundessozialhilfegesetz hieß, und meinte eine Umkehrung der Macht: Nicht Betre...

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